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Pressereaktionen auf die wissenschaftliche Studie:

 

Mit mentalen Waffen Allergien in den Griff bekommen

 

Übermäßige Reaktionen des Immunsystems können Allergiker durch ein mentales Training verhindern.

von Karin Gruber, Die Presse (Wien) Mittwoch, 21. Juli 1999

Der Einfluß der Psyche spielt in der Gesundheit eine große Rolle. Seit kurzem gibt es eine mentale Trainingsmethode deutscher Wissenschaftler, mit der die Symptome von Allergien gelindert werden sollen. Mit der wissenschaftlichen Nachweisbarkeit haben es solche Verfahren nicht immer leicht - und die wissenschaftliche Medizin nicht mit ihnen. Diplompsychologe Klaus Witt kann freilich auf eine ordnungsgemäß durchgeführte Studie am Uni-Krankenhaus Hamburg-Eppendorf verweisen. "Ungefähr die Hälfte der Patienten hat nach dem Training keine Symptome mehr beziehungsweise deutlich verringerte Symptome", berichtet Witt. Die Besserung schlägt sich auch im Verbrauch von Antihistaminika nieder: Nach drei Wochen war der Konsum bei den Trainingsteilnehmern im Durchschnitt auf rund ein Achtel der nicht behandelten Gruppe gesunken. Auch im Jahr darauf war noch eine Besserung zu bemerken. Länger ist die Studie noch nicht gelaufen. Geistige Vorbereitung

Entwickelt wurde diese Trainingsmethode von Psychologen in Hildesheim. Offenbar haben Psychologieprofessor Gerhart Unterbverger und seine Kollegen die Schnittstelle zwischen psychischen und biochemischen Vorgängen ziemlich gut getroffen. Dafür dürfte auch sprechen, daß eine angenehme Suggestionskassette als Placebo bei weitem keinen so guten Effekt erzielte wie das Training selbst. Die Teilnehmer nehmen in drei Wochen acht Mal an dreistündigen Gruppensitzungen teil, sie bekommen vier CDs zur Entspannung und Suggestion sowie einige Unterlagen. Das ganze kostet je nach Therapeut zwischen 700 und 1000 Mark.

Und wie soll es funktionieren? Wenn Birkenpollen zum Großangriff starten, kann man sich als Allergiker ja lange einreden, daß man keiner ist - niesen wird man trotzdem. So funktioniert es auch nicht. Die Psychologen agieren subtiler.

Von den Symptomen und den Beschwerden der Allergie wird bei dem Training nicht geredet, sondern davon, wier der Körper "richtigerweise" auf Pollen reagieren sollte. "Eswird eine angemessene Reaktion auf die Pollen initiiert", erklärt Witt. Pollen müssen auch nicht unbedingt Symptome auslösen. "Praktisch jeder Allergiker hat schon Situationen erlebt, wo er nicht mit den üblichen Symptomen auf die allergieauslösenden Stoffe reagiert hat." Nun sollen die Patienten "lernen", es immer so zu machen und auf die "angemessene" Reaktion umschalten. Das muß lange vor dem ersten "Hatschii" passieren, noch unter der Wahrnehmungsschwelle.

Eine große Rolle dabei spielt das neurolinguistische Programmieren (NLP), das ja aus hypnotischen Techniken entwickelt wurde. Witts Resümee: "Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, daß allgemeine Immunprozesse über komplexe mentale Verfahren wie das Hildesheimer Gesundheitstraining günstig beeinflußt werden können". Nicht nur Allergien soll es per Psychotraining an den Kragen gehen. Auch Asthma, chronische Rückenschmerzen und Herz-Kreislaufkrankheiten stehen laut Unterberger am Programm. In Österreich allerdings noch nicht.

 

Selbsthypnose gegen triefende Nasen und tränende Augen

 

"Psychische Impfung": Neue Hoffnung für Allergiker

Welt, dpa/lau, Seite 44, Montag, 12.Juli 1999

Psychologe: "die meisten Patienten können sich Beschwerden einfach wegdenken" Hildesheim- Toller Sonnenschein und ein mäßiger in Böen auch starker Wind, der die Pollen gut verteilt und in jede empfängliche Nase trägt, sorgen in diesen eigentlich schönen Sommertagen dafür, daß Heuschnupfen-Allergiker mit tropfenden Nasen und rotgeriebenen augen herumlaufen. Der dunkle und abgeschottete Raum bleibt da oft der letzte Fluchtpunkt - bislang jedenfalls. Denn jetzt hat der Hildeheimer Psychologe Klaus Witt eine Lösung abseits von Tabletten und Nasenprays gefunden: Die "psychologische Impfung". Allergiker können demnach mentale Schutzmaßnahmen gegen Heuschnupfen erlernen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Psychologen von der Fachhoschule Hildesheim/Holzminden. "Vereinfacht gesagt, können die meisten Patienten allergische Reaktionen einfach wegdenken", sagte Witt in einem dpa-Gespräch.

Bei seinen Untersuchungen an 73 Allergie-Patienten der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) im Sommer 1998 hatte sich die "Psychische Impfung" als besonders wirksam gegen Heuschnupfen erwiesen. Witts Studie wurde auf dem Weltkongreß der Psychotherapeuten in Wien anfang Juli vorgestellt.

Bisher beschränkte sich die Heuschnupfen-Therapie fast ausschließlich auf Medikamente. Die neue Methode beruht dagegen auf dem "Hildesheimer Gesundheitstraining", das von einer Forschergruppe des Hildesheimer Psychologie-Professors Gerhart Unterberger entwickelt wurde. Er nimmt an, daß Allergiker durch fehlerhafte Lernprozesse des Immunsystems begünstigt werden, und die könne man verändern. "Die meisten Patienten wissen zwar in allen Einzelheiten, woran sie leiden. Aber an den Weg zu Gesundung denken sie nicht.", erklärte Witt."Dabei ist längst bewiesen, daß psychische Faktoren Krankheitsbilder beeinflussen." Mit Selbsthypnose müsse sich der Betroffene also zunächst die eigene Wahrnehmungsstrategie bewußt machen. anschließend könne das Immunsystem darauf trainiert werden, beispielsweise auf Birkenpollen gar nicht zu reagieren. "Der Patient kann sich eine gläserne Wand vorstellen, die ihn vor den Pollen schützt. Das klingt zwar etwas platt, kann aber schon helfen", meint der Psychologe. Bei rund 80 Prozent der während des Pollenfluges der Birke von März bis Juli in Hamburg behandelten Patienten hatte sich die allergische Reaktion abgeschwächt oder war ganz verschwunden.

Die Zahl der Pollenallergiker hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Rund 14 Prozent aller Deutschen, so Professorin Ingrid Moll vom UKE, leiden unter der Krankheit. Vor zehn Jahren waren es nur rund vier Prozent. "Die Tendenz ist weiterhin klar steigend", so die Professorin. Womit die Zunahme zusammenhängt, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Allein auf die stärkere Belastung durch Umweltschadstoffe könne der Aufwärtstrend nicht zurückgeführt werden.

Professorin Moll: "Es wurden Kinder aus der belasteten Region um Bitterfeld mit Kindern aus kaum belasteten Villenvierteln im Münsterland verglichen, die Resultate haben sich nicht wesentlich voneinander unterschieden." Und wenn die gläserne Wand aus der eigenen Vorstellung nicht hilft, dann aber oft ganz reales Glas: "Nachts die Fenster schließen", rät die Professorin.

 

Kopfkino gegen Krankheiten

 

MIT EINEM NEUEN GESUNDHEITS-TRAINING KÖNNEN CHRONISCH KRANKE ALLERGIEN, BLUTHOCHDRUCK ODER SCHMERZEN "WEGDENKEN"

BRIGITTE 1/2000 ChristineTsolodimos

Sonst klagt die Kollegin immer über schlimme Rückenschmerzen, bewegt sich vorsichtig und darf nichts Schweres heben. Doch beim Doch beim Umzug in ihr neues Büro, auf das sie sich seit langem freut, schleppt sie gut gelaunt große Akten und merkt dabei nicht das Geringste. Dieses Phänomen kennt jeder, der unter einer chronischen Krankheit leidet: In manchen Situationen bleiben die erwarteten Beschwerden aus.

Genau hier setzt das "Hildesheimer Gesundheitstraining" an, das Psychologen, Ärzte und Pädagogen von der Fachhochschule Hildesheim entwickelt haben. Das Prinzip: "Wir alle verfügen über seelische Mechanismen, die uns zum Beispiel dabei helfen, allergieauslösende Stoffe oder Schmerzempfindungen abzuwehren", sagt der Psychologe Dr. Maus Witt, der das Gruppentraining mitentwickelt hat. "In einer Liebesnacht im Heu wird ein Allergiker wahrscheinlich keinen Heuschnupfen bekommen."

Im Training können die Klienten solche Situationen "nacherleben" Wenn ihnen z. B. bewusst ist, welche Farben und Geräusche für sie damit verbunden sind, können sie diese Sinneseindrücke später jederzeit abrufen. Dieses hauseigene "Kopfkino" entspannt, versetzt in gute Stimmung und aktiviert körpereigene Stoffe, die Schmerzen und Stress dämpfen. Andere Übungen wirken ähnlich wie das autogene Training direkt auf bestimmte Körperfunktionen wie zum Beispiel Atmung, Herzrhythmus oder Blutdruck.

Zu Anfang wird geklärt, ob die Klienten seelisch bereit für eine Besserung sind. "viele haben zum Beispiel unbewusst das Gefühl, sie seien es nicht wert, gesund zu sein und sich wohl zu fühlen", sagt Klaus Witt. Auch Stress im Privatleben oder am Arbeitsplatz kann Menschen am Gesundwerden hindern. Ein einfacher Test hilft, solche Belastungen zu erkennen, die abgebaut oder zumindest so verarbeitet werden sollen, dass sie weniger schaden. Andere Übungen sollen die Fixierung auf die Beschwerden lösen. "Natürlich wünscht ein Schmerzkranker nichts sehnlicher, als keine Schmerzen mehr zu haben - so wird er aber den Gedanken an die Krankheit nicht los", sagt Klaus Witt. "Deshalb beschäftigen wir uns gemeinsam mit den Klienten auch darnit, was sie sich sonst im Leben wünschen."

Weil bei jeder Krankheit unterschiedliche körperliche Prozesse im Spiel sind, wurden mehrere "Module" des Trainings entwickelt. Zur Zeit wird es bei Allergien und Asthma sowie Krebs und chronischen Schmerzerkrankungen angewendet. Ein Modul für Bluthochdruck ist in der Entwicklung, weitere sollen folgen.

Noch bieten jedoch erst wenige Therapeuten das "Hildesheimer Gesundheitstraining" an, und die Krankenkassen zahlen nur in Einzelfällen.

Die Therapie umfasst acht Gruppensitzungen von jeweils zweieinhalb Stunden Dauer. Mit einer CD und schriftlichen Anleitungen können die Teilnehmer auch zu Hause üben. Der Zeitraum ist also überschaubar und die Wirkung schnell zu spüren: Heuschnupfen zum Beispiel wird bei den meisten Patienten deutlich gelindert oder verschwindet sogar ganz. Im Idealfall soll das Training eine ähnliche Langzeitwirkung haben wie das Schwimmenlernen: Man bewegt im Wasser ganz von allein Arme und Beine - und geht nicht unter.

Weitere Infos im Internet unter www.hildesheimer-gesundheitstraining.de

 

Wollen Sie wirklich gesund werden?

 

Mit der psychologischen Übung "Überzeugungen erforschen", die auch im "Hildesheimer Gesundheitstraining" angewendet wird, können Sie überprüfen, ob Sie die geeignete innere Einstellung haben, um Ihr Ziel zu erreichen: Schreiben Sie in einem Satz Ihr Ziel auf. Beispiel: "Ich will mich von den ständigen Rückenschmerzen befreien."

Verteilen Sie Noten für die folgenden Aussagen, und zwar so:

1 - völlig richtig

2- überwiegend richtig

3- ich weiß nicht

4- überwiegend falsch

5- völlig falsch

Die Aussagen:

-Es lohnt sich, mein Ziel zu erreichen.

-Es ist grundsätzlich möglich, mein Ziel zu erreichen.

-Es ist mir möglich, mein Ziel zu erreichen.

-Ich habe die nötigen Fähigkeiten, um mein Ziel zu erreichen.

-Was ich tun will, um mein Ziel zu erreichen, ist klar und angemessen.

-Was ich tun will, um mein Ziel zu erreichen, steht im Einklang mit mir.

-Was ich tun will, uni mein Ziel zu erreichen, steht im Einklang mit den Menschen, mit denen ich zusammen bin.

-Ich verdiene es, mein Ziel zu erreichen.´

Wenn Sie überwiegend "Einsen" und "Zweien" vergeben haben (und dabei immer ehrlich zu sich selbst waren), sind die Voraussetzungen schon jetzt sehr gut, Ihr Ziel zu erreichen. Sonst brauchen Sie noch Unterstützung. Im Training werden anschließend die Gründe für die negativen Bewertungen untersucht.ne gläserne Wand, die Sie vor den Pollen schützt. Das klingt platt, kann aber schon helfen!"

 

Einfach "wegdenken": Hoffnung für viele Heuschnupfen-Patienten

 

Achtung, Heuschnupfen-Patienten! Echte Hilfe ist in Sicht.

Bild 12.07.1999

Tränende Augen und tropfende Nasen lassen sich auch ohne Medikamente bekämpfen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Fachhochschule Hildesheim und der Uni-Klinik Hamburg. Danach können sich Pollenpatienten (in Deutschland rund 12 Millionen) die allergischen Reaktionen einfach "wegdenken".

Klaus Witt, Psychologe und Leiter der Forschungsgruppe: "Tests haben bewiesen, daß die Gedanken das Krankheitsbild beeinflussen." An 73 Patienten wurde die neue Methode (acht Psycho-Sitzungen in vier Wochen) bereits getestet.

Das verblüffende Ergebnis: Bei rund 80 Prozent der behandelten Allergiker verschwand der Heuschnupfen ganz oder machte sich nur noch deutlich schwächer bemerkbar. Grund: Selbsthypnose und Wahrnehmungsstrategien trainieren das Immunsystem - es reagiert auf die reizauslösenden Stoffe nicht mehr so stark. Der Psychologe:" Denken sie sich einfach eine gläserne Wand, die Sie vor den Pollen schützt. Das klingt platt, kann aber schon helfen!"

 

DGPA - Deutsche Gesellschaft für Psycho-Allergologie e.V.